Streit um die Horizonte der für Okt 2019 geplanten AMAZONAS-SYNODE

.

Rom setzt zu einer AMAZONAS-SYNODE an: „Neue Wege für die Kirche und die integrale Ökologie“, vom 6. bis 27. Oktober

stst

Man ist da offenbar auf der Suche nach Neufokussierungen dessen, was Glaubensgemeinschaften wie die katholische Kirche ins Zentrum ihrer Anliegen rücken könnten…

.

Sicher, Christen verstehen sich zurecht als Gesendete Christi auf den Herzenswegen Gottes …

… – „Evangelisation“ – das neuere Wort für „Mission“ – nennen sie das fatalerweise bischöflicherseits, glauben also offenbar noch immer, aufbrechen zu sollen, um Menschen über die Herzenswege Gottes zu belehren … – bzw. über ihr streitbares Verständnis davon …, auch wenn sie das mittlerweile irgendwie respektvoller tun wollen gegenüber anderen religösen Horizonten … !

.

Problem: sie reden mittlerweile fast nur noch wie Politiker, die ihre staats- & gesellschafts-philosophische Mitte verloren haben und nurmehr vermuteterweise unverzichtbare Begrifflichkeiten primär leblos aneinanderreihen …

… – die Herzenswege Jesu als unerschütterlich tragendes Du in den und für die Leben    a l l e r    klingen in all den Vorbereitungspapieren zu dieser AMAZONAS-SYNODE u n d den Einwänden ihrer Kritiker kaum an !

. .

Stattdessen geht es einmal mehr um Macht … :

.

… – eine Wieder-, ja Neu-Gewinnung kirchlichen Einflusses in entgleitenden oder bisher abseitigen Regionen …: „Evangelisation“ als erneuerungswürdiger kirchlicher Anspruch

… – ein Fitzelchen Anerkennung für Kulturen, die bislang missionarischem Einfluss entzogen in den Regenwäldern Amazoniens gelebt haben – auf dass man sie nun – anbiedernd ihre Leistungen für den Erhalt des Regenwaldes würdigend – endlich erreichen kann, damit dem Planeten immerhin noch einiges von seiner Luft erhalten bleibt …

… – kaum historisch-selbstkritische Auseinandersetzung mit den kirchlichen Anteilen an den fatalen politischen & gesellschaftlich-wirtschaftlichen Entwicklungen des lateinamerikanischen Kontinents trotz krichlicher Hilfswerke … !

… – und kritikerseits wird gar im Wege härtester Vorwürfe (Durchbrechung von Zölibat und Amtsträgerschaft, des „sakramental-hierarchischen Charakters der Kirche“, der Umgang mit Naturreligionen = Abkehr von der katholischen Lehre) die Machtfrage genereller Zulässigkeit dessen, was da beraten werden soll, aggressiv gestellt

. .

E s g e h t noch immer n i c h t um einen weltkirchlichen neuen D i a l o g über das, w a s alles auf diesem Planeten – allüberall wie innerkirchlich im Besonderen – H e r z e n s h ä r t e    erzeugt …

… und d a r u m , w i e für die, die sich durch die jesuanische Botschaft berührt fühlen,   e r a h n b a r e r    w e r d e n    k ö n n t e    als meist:

… dass und wie sehr Menschen-Herzen nach Wahrgenommen-Werden, nach Zuwendung, nach Anteilschaft hungern … – und  „die Welt“  sie hungern lässt !

… und dass und wie sehr Kränkungen und Ängste ihre Kräfte aufzehren und ihre Mitfühlfähigkeit überstrapazieren … – und  „die Welt“  mit ihren Kränkungen fortfährt und sich etwas darauf zugute hält, dass sie sich rüstet, um Fehlverhalten zu sanktionieren !

… „die Welt“ ?   Doch wohl:    jede/r Mitmensch, nah wie fern, Christ oder … !!

.

E s   g e h t   auch   n i c h t   um ein kulturüberspannendes Einblick-Gewinnen, Zusammentragen und sich wechselseitig anregendes Suchen danach, wie Menschen ihre Findigkeits-Begabtheit ins Spiel bringen können – – – ganz ausdrücklich   i n s p i r i e r t    d u r c h   ihr  jeweiliges    r e l i g i ö s e s Weltwissen und ihr Gespür für alles Seelische…

.

W a s    Menschen   g l a u b e n    und wie sie ihren Glauben leben (möchten),  k a n n niemals unumstößlich dogmatisiert sein … !

… – es   k a n n   nicht einheitlich sein … !

… – es   w ä c h s t   und akzentuiert sich   j e   a n d e r s   mit den Horizonten, in denen sie leben wollen wie müssen … ! …  –  es ist und bleibt zuerst wie zuletzt   H e r z e n s s a c h e !

. .

N i c h t s  ist   z e n t r a l e r   und   w i c h t i g e r   für die Menschen welcher Region der Erde immer …

als – im Kleinsten wie weltumspannend – in den verschiedensten ´Formaten´ zusammenkommen zu können, um voneinander mittels welcher Rituale immer zu erfahren …,

wie anbetungswürdig und reichster Möglichkeiten voll alles Existente in seinem faszinierenden Ineinander von Werden und Vergehen ineinanderwirkt, uns meistenteils tief beschenkt, aber zuweilen unvermeidbarerweise auch oft und oft aufs Schmerzlichste beraubt …

wie man Empörung in Erbarmen wendet und nur nach Steinen greift, um sie beiseite zu legen und anderweitig zu nutzen…,

… und wie man erspüren lernt, wie sehr man oft blindlings Hindernis sein kann für andere, dem aber entgegenzuwirken lernen kann – am besten gemeinsam mit der reichen Intuition und Erfahrung vieler…,

wie man den Apfel vom Baum der Erkenntnis von ´Gut und Böse´ nicht länger begehrt, weil man von seinem Gift ganz im Sinne der Bergpredigt nicht länger kosten will und Gemeinschaft sucht mit allen, die endlich von ihrer Neigung zu ewigen Verurteilungen ablassen wollen und können …,

wie man bereit wird, einander zuzugestehen, dass bei den einen der Sinn für die Wahrheit, die in Traditionen stecken kann, lebendig ist und nach Fortdauer strebt …

–  –  während andere in all diesen Zusammenhängen u.U. ein wenig bis deutlich andere Glaubenswahrheiten ausfindig machen und Raum wünschen auch für die diesen entsprechenden Sicht- und Existenzweisen …

…  – – –    es also um nichts als   D i a l o g    und wechselseitige   A n r e g u n g     gehen kann – – – nicht um diese oder jene „Durchsetzungs-Entscheide“   in Glaubens- und Riten- bzw. Kirchenfragen … !

. . .

Ich wünsche mir ein anderes Nachdenken von im Besonderen katholischen Christ/innen (zu denen ich zeitlebens nun bereits in Annäherung an das 7. Lebensjahrzehnt gehöre) wie Amtsträgern darüber, wie sie mit ganz neuen und unverkrampften OFFENHEITEN für einander  – und das ihnen dabei auch Fremde (!)-  KIRCHE IN DER NACHFOLGE JESU sein wollen und könnten…!

.

W a r u m    können wir unterschiedlich akzentuierte Glaubens- und Glaubenslebens-Auffassungen als dennoch allen gemeinsame KIRCHE nicht etwa wie die Organe eines KREISLAUFS auffassen, die einander ermöglichen, nähren und anregen, auch wenn sie, ja gerade weil sie, ihre Wege z.T. sehr verschieden anlegen, ausbauen und beschreiten ?

.

kirche2-1

.

.

Fesseln wir einander nicht länger, sondern freuen wir uns an unseren so vielfältigen Begabungen und der Vielfalt der Wege, auf die sie uns zu führen vermögen ! Und begreifen wir den Weg Jesu als jenen Gott Wohlgefälligen, als den ihn uns in seiner überwältigenden Andersartigkeit die Evangelien vor Augen halten – zu ausdrücklicher Nachfolge … !

. .

Die einen unter uns wünschen sich Amts-Autorität … …- die anderen leben ganz aus ihrem Gespür dafür, dass und wie Autoritäten ganz unabhängig von Ämtern in wie aus glaubensgetragen-beseelten wechselseitigen Begegnungen zu wachsen vermögen…

Die einen können sich ein Christentum ohne möglichst unwandelbare Lehrgebäude nicht vorstellen …

… – die anderen sehen einzelne Varianz-Erfordernisse bzw. -Möglichkeiten …

… – die dritten interessieren sich für Anklänge an ´konkurrierende´ bis kaum bekannte Religionen…

.

– – – Lassen wir endlich   a l l e    v e r u r t e i l u n g s f r e i    die Wege gehen, die sich für sie erschließen, und streiten nicht länger um Etikett.Berechtigungen wie  ´katholische Christen´ und ´unumstößliche Lehre´ … !

Man kann aufgrund unterschiedlicher Auffassungen unterschiedliche und in vielem getrennte Wege gehen … Wenn es so ist, gehen wir so mancher Begegnungsmöglichkeit im vielfältigen Mensch-Gott-Gefüge verlustig  … ...  –  aber keine Dogmatik hilft da heraus.  Nur die Liebe, die alles als gottgerufen und begnadet und nicht selten selbstredend verirrt sein lässt, was es jeweils ist und wird …

So etwas wie ein ´ heiliges Recht ´ allerdings , anderen v o r z u s c h r e i b e n , was sie als Glaubenswahrheit aufzufassen haben:   das wäre Jesus mit goßer Sicherheit nie in den Sinn gekommen – bei aller leidenschaftlichen Heftigkeit mancher seiner Aussagen !

. .

Tragen wir einander doch einfach vor, tauschen wir aus, wie wir diese und jene Überlieferungen und Wahrheitskonzeptionen jeweils auffassen, und respektieren möglichst gar mit umgekehrtem Interesse deren uns u.U. mehr oder minder fremd bleibende Verstehens-Horizonte !

.

Dergleichen zu befördern und mit Lebenzu erfüllen wäre in meinen Augen die endlich zeitgemäße Hauptfunktion von Zusammenkünften u.a. kirchlicher Amtsträger.

Noch wichtiger wären offene Ladungen von Christ/innen mit wie ohne Amt in sämtlichen Regionen der Erdkontinente in überschaubaren Gesprächspartnerzahlen zu offenem Austausch über die hier angesprochenen bzw. jeweils anstehende Fragen … –

… – samt der Einladung zur Bildung sich jeweils anbietender neuer Weggemeinschaften für eine regional inspirierte wie zeitgemäße Weise einer gemeinsamen Nachfolge Christi … ! . . Vergessen wir nicht: Petrus, jener ´Fels´, auf dem laut Jesus seine ´Kirche´ entstehen sollte, war alles andere als landläufig felsenfest, als dogmatisch unfehlbar: er war ein irrtumsanfälliger, schwacher und zugleich beseeligungsbereiter und -fähiger Mensch wie alle seiner Spezies auf je eigene Weise – – –

– – – Kirche, Haus Gottes, ist damit offenbar durchaus intendiert als lebendige Bewegung und inspirierte Begegnung zwischen ja immer vielfältigst begabten Menschen – nicht als Festung von Glaubens-Streitern… !

. . .

Die mit Verfassungs-Begabung haben Ausgestaltungen kirchlichen Lebens durch die Jahrhunderte getragen und entwickelt, die bis heute viele tief inspirieren – damit aber auch an Ausprägungen von Zwangsregimenten mit Vertreibungseffekten hängen…

Die Vorstellung von der Durchsetzugsbedürftigket einmal erkannter Wahrheiten ist verbreitet.

.

Nicht minder verbreitet freilich ist der Zweifel an der tatsächlichen Wahrheit und am Fremdbestimmungsanspruch solcher Auffassungen…

Wie heißt es im Ausklang von Lessings wunderbarer Ringparabel ?

„Wohlan! Es eifre jeder seiner unbestochnen von Vorurteilen freien Liebe nach! Es strebe von euch jeder um die Wette, dieKraft des Steins in seinem Ring’ an Tag zu legen! komme dieser Kraft mit Sanftmut, mit herzlicher Verträglichkeit, mit Wohltun, mit innigster Ergebenheit in Gott, zu Hülf’! Und wenn sich dann der Steine Kräfte bei euern Kindes-Kindeskindern äußern: So lad’ ich über tausend tausend Jahre, sie wiederum vor diesen Stuhl. Da wird ein weisrer Mann auf diesem Stuhle sitzen, als ich; und sprechen.“

.

Oder bei Schleiermacher 1768-1846 ?

„Gläubig ist nicht jemand, der an eine Heilige Schrift glaubt, sondern jemand, der notfalls selber eine schreiben könnte .“

.

.

Seien wir also begierig auf alles, was an ´heiligen Gedanken, Wünschen, Gesprächen, ja Schriften´ unter uns wächst !

Und seien wir dankbar für jeden Anstoß durch anfänglich oder dauerhaft fremde Denkansätze und Erfahrungswelten, nicht zuletzt dann, wenn er mit liebgewordenen Wahrheiten kollidiert oder nicht eben selten auch nur zu kollidieren scheint… !

Suchen wir sie   n i c h t   vermittels   s y n o d a l e r   E n t s c h e i d u n g s – Findung   f ü r   a l l e   katholischen Christ/innen.

Öffnen wir einfach liebevoll freizustellende  Wege für die unter uns, die nach  Formen der Nachfolge Christi streben, die in den Kontexten der Begegnungen, die sie suchen, in und zwischen ihnen reifen !

 

Wir alle brauchen solche Anstöße ! 

.

Der „Weinberg des Herrn“ sollte allein einer einzigen Rebsorte vorbehalten sein?

.

Denken wir Gott wie uns selbst doch nicht so klein !

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s